Elektroautos beim TÜV: Tesla Model S schneidet am schlechtesten ab

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Elektroautos hinterlassen den Prüfern des TÜV einen gemischten Eindruck. Der Zustand der zur ersten Hauptuntersuchung (HU) vorgeführten Modelle variiere stark, schreibt der TÜV-Verband in einer Sonderauswertung. Dabei weist auf die Gefahr korrodierender Bremen hin und fordert amtliche Prüfvorgaben für Ladekabel und Batterie.

Erstmals seien ausreichend viele Elektroautos an den TÜV-Prüfstellen vorgefahren, um eine vorläufige Bewertung der technischen Sicherheit der Fahrzeuge vornehmen zu können, schreibt der TÜV-Verband. Daher hat er HU-Ergebnisse der vier beliebtesten E-Autos der vergangenen Jahre ausgewertet. Davon schneiden die 1645 Smart Fortwo Electric Drive mit einer Mängelquote von 3,5 Prozent am besten ab; das sind die Autos, die wegen “erheblicher Mängel” keine Prüfplakette erhalten haben.

Auf dem zweiten Platz folgen die 1142 BMW i3 mit 4,7 Prozent. Das ist auch der Durchschnitt, den der TÜV in seinem Gesamtbericht für 2022 von Juli 2020 bis Juni 2021 nach 9,6 Millionen Prüfungen festgestellt hat. Am i3 waren die häufigsten Defekte am Abblendlicht und an den Bremsscheiben festzustellen. “Probleme mit den Bremskomponenten sind typisch für E-Fahrzeuge, da sie im Vergleich zu Verbrennern deutlich seltener benutzt werden und deshalb häufiger korrodieren”, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Grund sei die Rekuperation, die eintritt, wenn der Fuß vom Gaspedal genommen wird und das E-Fahrzeug automatisch verzögert. Daher sollten die Bremsen möglichst bei jeder Fahrt betätigt und regelmäßig gewartet werden.

An den 1939 Renault Zoe, die auf eine Mängelquote von 5,7 Prozent kamen, gab es neben defekten oder falsch eingestellten Scheinwerfern überdurchschnittlich häufig Mängel an den Achsaufhängungen. Am schlechtesten schneidet der Tesla Model S ab, die 812 Fahrzeuge kommen auf eine Mängelquote von 10,7 Prozent. In der Gesamttabelle aller Autos würde das Tesla-Modell nur noch vor dem Dacia Duster und Dacia Logan rangieren, schreibt der TÜV-Verband. Neben Mängeln am Nebel- und am Abblendlicht wurden am Model S in den HU vor allem Probleme mit den Querlenkern bemängelt.

“Für Elektrofahrzeuge gibt es bei der HU Prüfvorgaben, die von den Sachverständigen berücksichtigt werden”, sagt Bühler. Darüber hinaus liegen Prüfern und Prüferinnen fahrzeugbezogene Prüfhinweise vor. An Elektroautos werden zum Beispiel die Befestigung der Hochvolt-Batterie, der Zustand der Isolierungen sowie der Leitungen, Anschlüsse und Stecker überprüft. Wenn ein Ladekabel vorhanden ist, wird das leichte Einstecken und Abziehen des Steckers vom Ladekabel geprüft. Kontrolliert wird auch die Funktion der Wegfahrsperre bei angeschlossenem Ladekabel.

Audi Q4 e-tron

(Daten, Stand: 14.09.21)

Spitzenleistung 125 – 220 kW

Dauerleistung 70 bzw. 77 kW

Batteriekapazität brutto/netto 55/51,5 kWh (Q4 e-tron 35) bzw. 82/76,6 kWh

max. Ladeleistung Wechselstrom 7,2 kW (e-tron 35) bzw. 11 kW

max. Ladeleistung Gleichstrom  110 kW (Q4 e-tron 35) bzw. 125 kW

Reichweite (WLTP)  306 km (e-tron 35 min.) bis 521 km (e-tron 40 max.)

Stromverbrauch (WLTP kombiniert) 17,0 (e-tron 35 min.) bis 21,3 kWh/100 km (e-tron 45 u. 50 quattro max.)

Höchstgeschwindigkeit: 160 (Modelle mit Hinterradantrieb) bzw. 180 km/h (quattro-Modelle)

Kofferraumvolumen: 520 – 1490 Liter

Grundpreise (brutto, Stand: 29.07.21): 41.900 bis 53.600 Euro
(Bild: Audi )

“Das Ladekabel selbst wird bisher nicht geprüft, weil es dafür keine Mitführpflicht gibt”, sagt Bühler. “Eine Mitführpflicht für Ladekabel müsste erst gesetzlich verankert werden, bevor diese in der HU geprüft werden können.” Die Batterie wird aktuell lediglich einer sachverständigen Sichtprüfung unterzogen.


(anw)

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