Streit mit Elon Musk: Twitter verliert eine weitere Top-Führungskraft

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Eigentlich wollte der Tesla-Chef Twitter kaufen. Nun streitet sich Elon Musk mit der Führung des Tech-Konzerns.

Eigentlich wollte der Tesla-Chef Twitter kaufen. Nun streitet sich Elon Musk mit der Führung des Tech-Konzerns.
Pavlo Gonchar/SOPA Images/LightRocket via Getty Images

Im Zuge des Rechtsstreits mit Elon Musk verliert Twitter stetig Mitarbeiter, darunter auch den Manager Sandeep Pandey.

Pandey leitete einen Großteil der Arbeit des Unternehmens zum maschinellen Lernen, einer leistungsstarken Art von KI.

Twitter verklagte Musk im Juli wegen seines Versuchs, sich von der 44-Milliarden-Dollar-Übernahme des Unternehmens zurückzuziehen.

Twitter hat einen weiteren Top-Manager verloren. Wie Business Insider erfuhr, handelt es sich dabei um einen langjährigen Abteilungsleiter, der zu Facebook wechselt.

Dem geht eine Welle an Kündigungen voraus, die vor allem durch den erbitterten Rechtsstreit zwischen Twitter und Tesla-Chef Elon Musk und durch dessen eventuelle Übernahme des Konzerns ausgelöst wurde.

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Sandeep Pandey, Vice President of Engineering bei Twitter, verlässt das Unternehmen nach mehr als einem Jahrzehnt. Anfang 2012 wurde er zunächst als Staff Engineer eingestellt und arbeitete sich hoch, wurde erst zum Director of Engineering und schließlich zum Vice President befördert. In den vergangenen Jahren konzentrierte er sich auf maschinelles Lernen und leitete das „Cortex“-Team bei Twitter, das stark auf Werbung und Plattform-Performance ausgerichtet ist.

An seinem neuen Arbeitsplatz Facebook, das im vergangenen Jahr in Meta umbenannt wurde, werde sich Pandey ebenfalls auf die Bereiche des maschinellen Lernens und der KI konzentrieren, sagte eine Person, die mit dem Thema vertraut ist. Zwar stellt Facebook derzeit stetig weniger Mitarbeiter ein und versucht, den Personalbestand zu reduzieren, allerdings stellt KI noch immer einen wichtigen Investitionsbereich dar. Die Technologie ist ein wesentlicher Bestandteil der Pläne des Unternehmens, seine Werbeinfrastruktur neu aufzubauen, nachdem Apples Datenschutzänderungen dieses Geschäft beeinträchtigt haben.

Pandey antwortete nicht auf eine Anfrage von Business Insider. Ein Twitter-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Auch Facebook war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Zahlreiche Mitarbeiter haben sich in den vergangenen Wochen dazu entschieden, Twitter zu verlassen – viele aufgrund anderer Jobs im Techniksektor. Laut einem Mitarbeiter gab es Anfang August einen deutlichen Anstieg von Kündigungen. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine große Anzahl früherer Aktienzuteilungen von Arbeitnehmern unverfallbar.

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Elon Musk wurde vorgeworfen, für die Kündigungen mitverantwortlich zu sein. Nachdem der Milliardär Anfang dieses Jahres angeboten hatte, Twitter zu kaufen, versucht er nun, aus dem Geschäft auszusteigen, indem er dem Unternehmen unterstellt, hinsichtlich der Anzahl der „Bots“ oder Spam-Konten auf der Plattform gelogen zu haben. Das US-Gericht Delaware Chancery Court soll sich des Rechtsstreits jetzt annehmen.

Der Produktleiter Kayvon Beykpour und der Produktumsatzleiter Bruce Falck wurden im Mai von CEO Parag Agrawal im Rahmen einer Umstrukturierung entlassen, als das Unternehmen sämtliche Neueinstellungen einfror und ausstehende Angebote zurückzog.

Auch der Leiter der Datenwissenschaft, der Vice President des Twitter-Dienstes und ein Vice President der Gesundheit auf der Plattform haben das Unternehmen im Mai verlassen. Obwohl Musk offen angekündigt hatte, dass es im Falle einer Übernahme wahrscheinlich Entlassungen geben werde, bezeichnete er diese plötzlichen Abgänge als problematisch bezüglich seiner Entscheidung, aus dem 44-Milliarden-Dollar-Deal aussteigen zu wollen.

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Der Streit mit Elon Musk geht in die nächste Runde

Die Kündigungen sind nicht das einzige Problem, dem sich Twitter derzeit ausgesetzt sieht. Auch hinsichtlich des Streits mit Elon Musk ist noch kein Ende in Sicht.

Am Dienstag veröffentlichte die „Washington Post“ eine 84-seitige Beschwerde des renommierten Hackers und ehemaligen Twitter-Sicherheitschefs Peiter Zatko. Dieser beschuldigte das Unternehmen des allgemeinen Missmanagements, des „Belügens“ von Elon Musk über Spam-Konten auf seiner Website und der schlechten Sicherheitspraktiken, die gegen eine frühere FTC-Vergleichsvereinbarung verstoßen könnten.

Zwar könnten die Behauptungen des Whistleblowers den Social-Media-Riesen davon überzeugen, einem außergerichtlichen Vergleich mit dem Tesla-Chef zuzustimmen, anstatt ihn zu zwingen, die Plattform direkt zu kaufen. Jedoch zweifeln einige Experten die Motivation und Aussagekraft der Beschwerde an.

Ein Twitter-Sprecher sagte Business Insider, die Vorwürfe seien „voller Ungenauigkeiten“ und Zatko sei wegen „ineffektiver Führung und schlechter Leistung“ entlassen worden. Sechs Rechtsexperten äußerten zudem Vermutungen, dass Zatkos Beschwerde direkt in Musks Rechtsstrategie einfließen könnte, was die Anschuldigungen befeuert, die er bereits gegen das Social-Media-Unternehmen erhoben hat. Sollte es zu keinem Vergleich kommen, bleibt abzuwarten, ob das Gericht in Delaware, das für die Entscheidung über die Klage von Twitter gegen Musk zuständig ist, Zatkos Anschuldigungen ernst nehmen wird.

Seit Twitter Musk im Juli wegen seines Versuchs verklagt hat, von dem 44-Milliarden-Dollar-Kaufvertrag zurückzutreten, hat Musk die Kurznachrichtenplattform beschuldigt, ein „Schema“ betrieben zu haben, um Investoren über die Aussichten des Unternehmens in die Irre zu führen. Indes bezeichnete Twitter die Beschwerden des Milliardärs als bloßen Vorwand, um von dem Deal zurücktreten zu können.

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Dieser Text wurde aus dem Englischen von Anika Faber übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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