Deutsches Mega-Halbleiterwerk: Intel soll sich für Magdeburg entschieden haben

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Intel hat sich Medienberichten zufolge für einen Standort zum Bau seines größten europäischen Halbleiterwerks entschieden. Magdeburg in Sachsen-Anhalt sticht demnach andere Kandidaten in Bayern, Sachsen und im Ausland aus, wie der MDR aus eigenen Quellen erfahren haben will. Die offizielle Verkündung soll in Kürze erfolgen, womöglich am Freitag, dem 04. März 2022.

Schon im Juli 2021 kündigte Intel den Bau einer europäischen “Mega-Fab” an, in die langfristig bis zu 100 Milliarden US-Dollar fließen könnten – nach derzeitigem Umrechnungskurs rund 88 Milliarden Euro. Zunächst sollen zwei direkt benachbarte Halbleiterwerke für zusammen 20 Milliarden US-Dollar entstehen (17,6 Milliarden Euro), die in späteren Jahren um bis zu sechs zusätzliche Halbleiterwerke erweitert werden.

In diesen Werken will Intel künftig sowohl den eigenen Bedarf decken, etwa für Prozessoren und Grafikchips, aber im Rahmen der Intel Foundry Services (IFS) auch als Auftragsfertiger für Drittkunden herstellen. Förderungen für den Bau stammen potenziell vom Land, aus dem European Chips Act und dem “Important Project of Common European Interest” (IPCEI) Mikroelektronik II.

Magdeburg ist in Sachen Halbleiter weitgehend jungfräulich: Hersteller gibt es in der Umgebung bisher keine, das Institut für Physik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet aber auf Halbleiterphysik zugeschnittene Studiengänge an. Betreiber von Halbleiterwerken rekrutieren traditionell gerne bei lokalen Universitäten. Das Industriegebiet Eulenberg hätte eine geeignete Fläche für Intel im Angebot.

Außer Magdeburg waren laut MDR das bayerische Penzing westlich von München sowie Dresden im Rennen. In Dresden sind bereits Bosch, Globalfoundries (GF), Infineon und der Halbleiterwerk-Ausstatter Fabmatics angesiedelt. International hätte sich Intel mit einem Zuschlag für Magdeburg unter anderem gegen Frankreich und Italien entschieden. Schon in der damaligen Ankündigung stellte Intel allerdings ein getrenntes Packaging-Werk zur weiteren Verarbeitung von Halbleiterbauelementen an einem Zweitstandort in Aussicht.

Im neuen EU-Werk sollen Chips mit Strukturen von 10 Nanometern und feiner entstehen. Bisher betreibt Intel ein einziges europäisches Halbleiterwerk in Leixlip, Irland, das Chips mit 14-nm-Strukturen produziert und derzeit für modernere Fertigungsprozesse ausgerüstet wird.


(mma)

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