EOS R7 und R10: Canon erweitert EOS-R-System um zwei Systemkameras

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Canon erweitert sein EOS-R-System um spiegellose Systemkameras um zwei Modelle: EOS R7 und die EOS R10. Anders als ihre Schwestern arbeiten beide Modelle mit einem APS-C-Sensor. Entsprechend ergeben sich Parallelen zu den Spiegelreflexkameras des Herstellers.

Die EOS R7 knüpft and die EOS 7D Mark II beziehungsweise die 90D aus dem DSLR-Lager an, die R10 an die EOS D850. Canon zieht damit bei seiner Modell-Politik mit Sony und Nikon gleich, die in ihren spiegellosen Systemen ebenfalls Vollformat und APS-C-Modelle versammeln.

Die Bild-Sensoren der beiden Neuen basieren laut Canon auf bestehenden Modellen, wurden jedoch überarbeitet und auf Geschwindigkeit und Empfindlichkeit optimiert. Der Crop-Faktor liegt Canon-typisch bei 1,6 gegenüber dem Kleinbildformat. Der Sensor der EOS R7 löst 32,5 Megapixel auf und bietet eine Empfindlichkeit von ISO 25.600 (erweitert ISO 51.200). Die EOS R10 kommt auf 24,2 Megapixel und eine maximale Empfindlichkeit von ISO 32.000.

Äußerlich sind beide Modelle kompakter und vor allem leichter als ihre DSLR-Pendants. Im Innern steckt ähnliche Technik wie in den aktuellen Vollformat-Spiegellosen. So bieten beide einen auf Deep Learning basierenden schnellen Dual-Pixel-Autofokus, der darauf spezialisiert ist, Menschen, Tiere und Fahrzeuge zu erkennen und zu verfolgen. Bei Menschen unterscheidet er zusätzlich Augen, Kopf und Körper. Obendrein können Fotografinnen und Fotografen zwischen drei sogenannten AF-Cases wie etwa für Sport wählen, ein vierter Case erfasst die AF-Situation automatisch.

Die Canon EOS R10 besitzt einen APS-C-Sensor mit einer Auflösung von 24 Megapixeln.

Eine weitere Besonderheit beider Modelle ist ihre hohe Serienbildrate. Bei mechanischer Auslösung sollen sie 15 Bilder pro Sekunde erreichen – das ist im R-System einmalig. Bei elektronischer Auslösung sind es je nach Modell und Modus bis zu 30 Bilder pro Sekunde bei voller AF-Unterstützung, einschließlich Motivverfolgung. Die EOS R10 schafft die 30 Bilder nur im Raw-Burst-Modus mit einem Crop von 1,16. Ohne Unterbrechung soll die EOS R7 187 Raws auf die SD-Karte schreiben, bei der R10 sind es mit 157 Bildern ein paar weniger.

Auch die kürzeste Belichtungszeit variiert je nachdem, ob die Kamera mechanisch oder elektronisch auslöst. Elektronisch bieten beide 1/16.000 Sekunde als kürzeste Zeit an, mechanisch löst die EOS R7 1/8000 Sekunde aus, die R10 1/4000 Sekunde.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal betrifft die Bildstabilisierung. Während die EOS R10 nur den optischen IS von entsprechend ausgestatteten Objektiven nutzen kann, bietet die R7 zusätzlich einen sensorbasierten Verwacklungsschutz. Laut Canon gleicht die Kombination, je nach Objektiv (z.B. EF-R 24-105 F4) bis zu acht Blendestufen aus – vorausgesetzt, das Motiv bewegt sich nicht. Der “Wackelsensor” der R7 ermöglicht zudem eine automatische Wasserwaage, die eine leichte Schieflage des Horizonts automatisch ausgleicht, indem sie den Sensor entsprechend gegendreht.

Canons APS-C-Modelle besitzen beide einen Sucher mit einer Auflösung von 2,36 Megapixeln. Die R7 bietet jedoch eine bessere Vergrößerung von 1,15x (bzgl. APS-C), die R10 kommt hier nur auf 0,95x. Auch scheint der Sucher der R7 bei einer kurzen Begutachtung während der Produktvorstellung etwas schneller zu sein und weniger Schlieren zu erzeugen – es handelte sich allerdings um Vorseriengeräte mit Beta-Software. Die Hauptdisplays beider Kameras sind schwenk- und neigbar und eignen sich für Selfies. Die Auflösung des Displays der EOS R7 liegt mit 1,62 Millionen Pixeln etwas höher, als die der R10.

Der APS-C-Sensor der EOS R7 kommt auf eine Auflösung von 32 Megapixeln. Dazu besitzt sie eine sensorbasierte Bildstabilisierung.

Aufbau und Bedienung der Gehäuse ähnelt im Wesentlichen denen der anderen R-Modelle. Die EOS R10 besitzt an der Rückseite ein großes Einstellrad und darüber einen Joystick, hingegen hat die R7 beides in einem Element vereint. Die Mehrwegewippe befindet sich hier im Zentrum des großen Einstellrades. Die Oberseite der R7 ziert einen zusätzlichen Umschalter, der zwischen Foto und Video wechselt. Beide Kameras lassen sich auch Canon-typisch weitgehend per Touchdisplay bedienen.

Hinter einer seitlich am Gehäuse angeordneten Klappe befinden sich bei der EOS R7 zwei Schächte für SD-Karten. Die R10 hat hingegen nur ein Kartenfach und das befindet sich zusammen mit dem Akku an der Unterseite des Gehäuses. Apropos Akku: Die R10 übernimmt den etwas schwächeren Akku der EOS RP, der soll im Sucherbetrieb bei mechanischem Auslöser für etwa 260 Aufnahmen reichen. Die R7 kommt mit ihrem stärkeren Akku auf etwa doppelt so viele Aufnahmen. Ein weiterer Unterschied: Das Magnesiumgehäuse der EOS R7 ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt, allerdings nicht auf dem Niveau wie die professionellen Vollformatmodelle.

Wie fast alle Kamerahersteller verbessert auch Canon bei seinen Modellen die Videoleistung. 4K 60p sind obligatorisch. Der Unterschied: Die R7 bietet die Auflösung mit Oversampling aus 7K an und nutzt dabei die volle Sensorbreite. Die R10 bietet 40K 60p nur nativ, also mit einem zusätzlichen Cropfaktor von 1,74 an. Bei 30p kann sie ebenfalls Oversampling. Die Videofunktion greift auf den gleichen leistungsfähigen Autofokus mit Motiverkennung zurück. Eine Bildstabilisierung und eine Horizontkorrektur gibt es hingegen nur bei der R7.

Das eingebaute Mikrofon besteht aus mehreren Kapseln, die nicht nur Stereoton unterstützen, sondern zugleich auch innere Störgeräusche (Autofokus oder Zoom) und externe Rauschgeräusche (noise canceling) unterdrücken können.

Als erstes Modell soll im Juni die EOS R7 in die Läden kommen, als Preis ruft Canon 1500 Euro auf. Dabei ist ein EF/RF-Adapter. Die EOS R10 soll einen Monat später ab Juli zum Preis von 980 Euro, ebenfalls inklusive Adapter, erhältlich sein.

Zum ersten Erscheinungstermin soll es auch zwei neue RF-S Objektive geben, zum einen das Standardzoom 18-45 mm F4.5-6.3 IS und zum anderen ein Reisezoom 18-15 mm F3.5-6.3 IS. Mit beiden Objektiven soll es auch kostengünstige Kit-Angebote geben.

Laut Canon bleibt die spiegellose M-Serie weiterhin bestehen. Ob sie allerdings noch weitergepflegt wird, ist unsicher. Immerhin zählt die EOS M50 zu den meistverkauften Kameras in Japan. Als Einsteiger- und besonders kompakte Systemkameras dürfte sie auch in Europa durchaus noch Anhänger finden.

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(pen)

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