Julian Assange: Wikileaks-Mitstreiter Müller-Maguhn nennt Details zu CIA-Aktion

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Im September meldete Yahoo News unter Berufung auf Dutzende nicht namentlich genannte frühere US-Regierungsbeamte, Ex-CIA-Chef Mike Pompeo habe Wikileaks-Gründer Julian Assange 2017 aus seiner Zuflucht in der Botschaft Ecuadors in London entführen und möglicherweise sogar töten lassen wollen. An der brisanten Geschichte sei viel Wahres dran, erklärte Andy Müller-Maguhn, einstiger Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), am Dienstag auf dem remote Chaos Communication Congress (rC3). Einzelne Teile der damaligen Meldung, darunter eine bevorstehende Flucht Assanges mit Hilfe Russlands, stimmten allerdings nicht.

Der berühmte Botschaftsbewohner habe rund um Weihnachten 2017 zu einem ecuadorianischen Diplomaten erklärt werden sollen, um ihm Reisefreiheit und Immunität zu gewähren, berichtete Müller-Maguhn. Die USA hätten über den Plan aber im Detail Bescheid gewusst und ihn vereiteln wollen. Tagelang hätten daher ein silbergrauer Ford Focus als Undercover-Polizeifahrzeug sowie ein Van vor der Botschaft gestanden.

Am 18.12.2017 platzierte die britische Firma Island Fire Protection laut dem Hacker parallel zunächst einen Feuerlöscher in Assanges Aufenthaltsraum mit einem schwarzen Magnetboden, der eine Abhörwanze enthalten habe. Letztlich hätten alle Räume der diplomatischen Einrichtung belauscht werden sollen.

Die britisch-amerikanische Operation “Kudo” (Freundschaft), mit der die Ausreise Assanges verhindert werden sollte, habe dann eine Aufnahme aus einer Überwachungskamera vor der Botschaft vom frühen Morgen des Heiligen Abends enttarnt, referierte Müller-Maguhn und zeigte entsprechende Ausschnitte. Darauf sind drei Männer in dem potenziellen getarnten Polizeiauto zu sehen, von denen einer ein Papier mit einer schwer entzifferbaren Aufschrift in der Hand hält.

Es handle sich um Notizen eines Briefings mit Anweisungen “im Falle eines Verlustes der Kameraüberwachung”, erläuterte der IT-Experte die Bedeutung der wenigen sichtbaren Zeilen. Die Befehlsempfänger sollten demnach in die erwartete Flucht umgehend eingreifen und etwa auf die Reifen eines etwaigen Fluchtwagens schießen. Zu den aufgezählten Kürzeln zählten die “MET”, also die Metropolitan Police Londons, sowie “GS7”, was für die CIA stehen könnte. Soweit sei es aber nicht gekommen, da die Diplomatenstatus-Aktion am 26.12.2017 abgeblasen worden sei.

Müller-Maguhn zeigte zudem einen Videoschnipsel, auf dem ein uniformierter Polizist gleich acht Becher Kaffee zu dem vor der Botschaft geparkten Auto bringt. Er und andere Wikileaks-Unterstützer seien noch dabei, die Puzzleteile auch mit Vorgängen zu dieser Zeit an anderen Orten zusammenzufügen. Bei den Aufnahmen handle es sich um Beweismaterial aus einer Klage gegen die (LB2814914:spanische Firma Undercover Global, die Assange in seinem Asyl überwacht haben soll)$.

Pompeo hatte Wikileaks im April 2017 als “nicht-staatlichen feindlichen Geheimdienst” ausgemacht, der oft von staatlichen Akteuren wie Russland angefüttert werde. Der Ärger des späteren US-Außenministers war groß, da die Macher der Enthüllungsplattform mit den “Vault-7-Leaks” die CIA wegen umfangreicher staatlicher Hacking-Programme an den Pranger stellten. Dem US-Auslandsgeheimdienst soll dies als Appell und Basis gedient haben, um gegen Wikileaks und dessen inneren Zirkel mit aller Härte vorzugehen.

Das Ausspähen von Assange, der seinen Asylstatus später verlor und nun nach der Entscheidung eines Berufungsgerichts an die USA ausgeliefert werden soll, gehörte Müller-Maguhn zufolge zu den Racheplänen Pompeos und der CIA. Der Vertreter der Wau-Holland-Stiftung, die Wikileaks seit Jahren finanziell und organisatorisch unterstützt, beklagte voriges Jahr auf dem rC3 unter Verweis auf eine offensichtliche Abhöreinheit auf seinem Cryptophone, dass er offenbar selbst von der CIA überwacht werde. Dagegen habe er inzwischen “rechtliche und technische Maßnahmen” ergriffen, teilte er nun mit. Die Behörden untersuchten den Fall noch.

Als verstörend bezeichnete es Müller-Maguhn, dass mit dem Kampf gegen Wikileaks in den USA und Großbritannien demokratische Grundwerte unter Beschuss geraten seien. Allein die Eingriffe auf dem Botschaftsgelände verletzten klar die Wiener Konvention, was schon Teil des gerichtlichen Vorgehens gegen Undercover Global sei.

Selbst wenn der Fall der Auslieferung Assanges an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ginge, sei unklar, ob die Briten sich nach dem Brexit an ein Urteil halten würden. Da Wikileaks auch ein Projekt der Hacker-Community im Sinne einer “informierten Gesellschaft” sei, forderte Müller-Maghun von der Community stärkeren Einsatz, um Assange aus dem Gefängnis zu bringen und die “Kriminalisierung der Presse” zu stoppen.


(dwi)

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