Truppenbewegungen sichtbar: Google Maps für Ukraine jetzt ohne Stauinformationen

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Alphabet hat vorübergehend die Anzeige von Verkehrsinformationen auf Google Maps für die Ukraine deaktiviert, nachdem ein Experte darauf hingewiesen hatte, dass darüber Truppenbewegungen nachzuvollziehen waren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der US-Konzern habe den Layer nach Rücksprache unter anderem mit lokalen Behörden weltweit aus Sicherheitsgründen deaktiviert, heißt es noch. Betroffen sei auch die Angabe dazu, wie viele Menschen sich in Geschäften und Restaurants aufhalten, ergänzt Reuters. Die bisher frei abrufbaren Informationen könnten Menschen in der Ukraine angesichts des Angriffs durch Russland in Gefahr bringen.

Jeffrey Lewis vom Middlebury Institute of International Studies in Kalifornien hatte vergangenen Donnerstag darauf aufmerksam gemacht, dass der russische Angriff auf die Ukraine vorab auf Google Maps nachzuvollziehen war. Er hatte entdeckt, dass die Plattform mitten in der Nacht einen “Stau” auf einer Straße angezeigt hat, die von Russland aus zur Ukraine führt.

Google sammelt derart aktuelle Daten anhand von Android-Smartphones. In dem Fall stammten diese seiner Meinung nach nicht von den Mobilgeräten russischer Soldaten, sondern von Menschen, die von dem Truppenaufmarsch gestoppt wurden. Später konnte über Google Maps die Massenflucht nachverfolgt werden. Wohl weil diese Daten auch von den Kriegsparteien genutzt werden könnten, wurde Google nun aktiv.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vergangenen Montag die Unabhängigkeit der Separatistenregionen Donezk und Luhansk in der Ostukraine anerkannt. Am Donnerstagmorgen dann hatte Russland die Ukraine aus mehreren Richtungen angegriffen, Putin hat eine groß angelegte Militäroperation aus der Luft, am Boden und zur See angeordnet. Inzwischen hat sich ein blutiger Krieg entwickelt, ukrainische Truppen, aber auch Zivilistinnen und Zivilisten leisten heftigen Widerstand. Gleichzeitig sind Millionen Menschen auf der Flucht. Dem Bericht von Reuters zufolge sollen Verkehrsinformationen für die Ukraine vor Ort weiter angezeigt werden, wenn die zugehörige App sowie der Navigationsfunktion genutzt wird. Menschen auf der Flucht dürften also weiter davon profitieren.


(mho)

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