AirPods Pro: Hörer explodiert | heise online

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In Berlin ist ein AirPod Pro im Ohr seines Besitzers explodiert. Am Morgen des 6. Dezembers 2021 hörte ein 20-jähriger Mann, der anonym bleiben möchte, auf dem Weg zur Arbeit mit seinen AirPods Pro Musik. Dabei bemerkte er zunächst, dass der linke Hörer etwas wärmer wurde. Kurz darauf “gab es plötzlich einen lauten Knall”, erzählt der Besitzer gegenüber Mac & i. Er nahm den AirPod aus dem Ohr und ließ ihn vor Schreck auf die Straße fallen.

Seit diesem Vorfall leide er unter einem Tinnitus, sagt der Besitzer. Er war bereits beim Hausarzt, um die Verletzung zu dokumentieren, und möchte einen Facharzt aufsuchen.

Der AirPod ist defekt; sein Gehäuse ist aufgeplatzt und weist mehrere Risse auf. Gebrannt habe der AirPod nicht. Vor dem Vorfall hätten die Ohrhörer keine Beschädigungen aufgewiesen, sagt der 20-Jährige, er habe sie „normal benutzt und pfleglich behandelt”. Sie hätten stets einwandfrei funktioniert.

In der Transporthülle der AirPods Pro sowie im linken und rechten Ohrhörer stecken Lithium-Ionen-Akkus. Im schlimmsten Fall können schadhafte Akkus überhitzen und explodieren, Apple-Produkte gelten jedoch als sehr sicher. Berichte über explodierte AirPods gab es in der Vergangenheit nur äußerst selten, und einige wurden später als Falschmeldungen entlarvt. Der Fall aus Berlin ist der erste aus Deutschland, von dem wir wissen.

Anfälliger für Fehlverhalten und Störungen sind normalerweise eher Fälschungen, täuschend echt gemachte Klone von AirPods, über die Mac & i und c’t bereits berichtet haben. Um auszuschließen, dass es sich bei seinen AirPods um Fälschungen handelt, hat der Berliner Besitzer sie nach typischen Merkmalen überprüft. So befinde sich etwa die Firmware des intakten rechten Ohrhörers auf Version 4A402, also auf dem aktuellen Stand – bei Fälschungen ist das normalerweise nicht der Fall und das Firmware-Update von Apple funktioniert in der Regel nicht.

Das Gewicht von Hörer und Hülle entsprächen Apples technischen Spezifikationen, berichtet der Besitzer. Auch laut der Seriennummerabfrage bei Apples Support-Seite handele es sich um Original-AirPods-Pro. Zwar zeigt die Seite kein Kaufdatum an, doch das ist bei Geräten, die nicht von Apple, sondern von Händlern verkauft werden, durchaus üblich. Eine Rechnungskopie liegt Mac & i vor: Die Hörer wurden am 5. März 2021 bei Amazon Deutschland gekauft, befinden sich also noch im einjährigen Garantiezeitraum.

Anhand der Seriennummer (hier unkenntlich gemacht) identifiziert die Apple-Supportseite die Hörer als Original AirPods Pro.

Der Besitzer hat den Apple-Support am 7. Dezember per Mail kontaktiert und den Fall einen Tag später der Mac & i-Redaktion geschildert. Wir haben daraufhin die Pressestellen von Apple und Amazon Deutschland um Stellungnahmen gebeten. Der AirPod-Hersteller kündigte an, den Besitzer umgehend zu kontaktieren und den Fall genau zu prüfen. Bis das erledigt sei, wolle Apple keine Aussage treffen. Wie der Besitzer schildert, habe ihn ein Mitarbeiter des Apple-Supports kurz nach unserer Anfrage bei der Pressestelle angerufen und ihm zugesagt, die defekten AirPods Pro gegen fabrikneue Modelle auszutauschen. Die alten Hörer werde Apple abholen, um diese weiter zu untersuchen.

Eine Sprecherin von Amazon antwortete Mac & i, dass das Unternehmen sich sofort darum kümmern und den Fall ebenfalls gründlich untersuchen wolle. Bis Freitagnachmittag um 15:11 Uhr haben wir keine weitere Stellungnahme von Amazon erhalten.

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(hze)

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