Gefälschte Intel-Netzwerkkarten auch bei namhaften deutschen Shops

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Sie hat vier Intel-Netzwerkkarten vom Typ I350-T4 gekauft – drei davon waren Fälschungen, die nicht von Intel selbst stammten. Das war die Bilanz der Firma die.spezi@listen, die bei drei eigentlich seriösen deutschen Shops einkaufte und im Vorfeld sogar Rücksprache mit den Händlern hielt.

Die Firma kam auf heise online zu, um mit einem Bericht das Bewusstsein für solche Fälschungen im deutschen Handel zu schärfen. Betroffen sind nämlich nicht nur Plattformen wie der Amazon-Marktplatz, Ebay und asiatische Handelsplätze wie Alibaba, sondern zum Teil auch namhafte deutsche Shops. Mittlerweile ist ein Kontakt zu Intel Deutschland hergestellt, wo man die Fälle überprüft.

Der erste Kauf lief über den Unternehmensausrüster Servertronic. Die zugeschickte Netzwerkkarte identifizierte die.spezi@listen aufgrund einer Dokumentation im Forum von ServeTheHome eigenständig als Fälschung, unter anderem wegen des flachen Kühlkörpers. In Absprache mit dem Shop ging die Bestellung im Rahmen des Widerrufsrechts zurück. Mit enthaltenen Intel-Logos handelte es sich um die überzeugendste (mutmaßliche) Fälschung.

Zwei weitere Netzwerkkarten von CSV und Bechtle sahen äußerlich identisch aus. Bei ihnen fehlte auf der Vorderseite das Intel-Logo nahe der Slot-Blende und auf der Rückseite ein Aufkleber mit einem QR-Code. Intels internationaler Support bestätigte beide Modelle als Fälschungen: “Die Herstellungsdaten stimmen nicht überein + [die Seriennummer] ist für den Einzelhandel bestimmt, aber das Etikett zeigt, dass es sich um eine OEM-Nummer handelt. Dieses Produkt ist nicht authentisch.”

Bestellung 1 von Servertronic: Auffällig ist insbesondere der recht flache Kühlkörper und das aufgeklebte statt aufgedruckte Intel-Logo an der Slotblende.
(Bild: die.spezi@listen)

Bechtle nahm die I350-T4-Karte ohne Beanstandung und zur Prüfung sofort zurück. CSV schob die Schuld auf den Distributor, der laut eigenen Angaben direkt bei Intel einkaufte, nahm die Netzwerkkarte nach anfänglichem Murren aber doch zurück. Erst eine zweite bei Bechtle gekaufte I350-T4 aus einer späteren Lieferung erwies sich als echt. Von der ersten Bestellung (15.12.21) bis zur Ankunft einer echten Intel-Netzwerkkarte (17.01.22) verging gut ein Monat.

Die Krux bei gefälschten Netzwerkkarten liegt bei der grundsätzlichen Funktionstüchtigkeit. Anders als etwa viele gefälschte USB-Sticks machen die Karten nach dem Einbau erst einmal genau das, was sie machen sollen: In diesem Fall vier Ethernet-Ports mit Geschwindigkeiten von jeweils 1 Gbit/s bereitstellen. Allerdings stehen Fälschungen im Ruf, schneller kaputtzugehen. Bei einem Defekt bekommt man keinen Support von Intel, wenn das Produkt als Fälschung identifiziert wird.


(mma)

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