NASA-Helikopter Ingenuity: Schwieriger Flug über den Mars aus drei Perspektiven

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Wenige Tage vor dem 16. Flug von Ingenuity hat die NASA Videoaufnahmen veröffentlicht, die den bisher schwierigsten Flug des kleinen Mars-Helikopters aus zwei Perspektiven zeigen. Zusammen mit den Aufnahmen des Hubschraubers selbst ergibt sich ein Bild des Flugs aus drei Perspektiven und eine beeindruckende Übersicht über die Arbeit des Geräts und die Routine, mit der er inzwischen unterwegs ist.

Durchgeführt hatte Ingenuity den 13. Flug am 4. September (seinem 193. Tag auf dem Mars). Damals war er zwar lediglich 210 Meter weit geflogen, aber dabei über schwierigem Gelände unterwegs und hatte für das Team auf der Erde Fotos aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen.

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Zoomaufnahme


(Quelle: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Die nun aus jüngst auf der Erde empfangenen Daten zusammengestellten Außenaufnahmen hat der Mars-Rover Perseverance gemacht, mit dem Ingenuity auf dem Roten Planeten unterwegs ist. Der hat dafür beide Kameras der Mastcam-Z auf Ingenuity gerichtet. Eine mit einem starken Zoom hat Start und Landung eingefangen, die Weitwinkelkamera den gesamten Flug und die weitere Umgebung. Der Wert der an dem Roboterarm befestigten Kamera zeige sich hier besonders deutlich, meint man bei der NASA. Auch aus 300 Metern Entfernung habe man eine “beeindruckende” Nahaufnahme bekommen, während die parallel gemachte Übersichtsaufnahme ein gutes Gefühl für die Größe der Landschaft vermittle, die die beiden Geräte erkunden.

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Weitwinkelaufnahme


(Quelle: NASA/JPL-Caltech/ASU/MSSS)

Zu erkennen ist unter anderen, wie Ingenuity direkt nach dem Start eine kleine Staubwolke aufwirbelt, als er auf acht Meter Höhe aufsteigt. Dann macht er eine “kleine Pirouette”, um seine Farbkamera auszurichten. Auf der Weitwinkelaufnahme ist dann der weitere Verlauf des Flugs zu erkennen. Während dem hat der Helikopter unter anderem seine Höhe konstant angepasst, um immer acht Meter Abstand zum Boden zu behalten. An seinem Ziel hat er dann 10 Farbfotos gemacht, bevor es zurück ging. Gelandet ist er einige Meter vom Startort entfernt, damit er nicht auf einer Bodenwelle aufsetzt, die er beim Start aufgewirbelt hat. Anhand eines aus den Navigationskameras des Helikopters zusammengesetzten Videos lässt sich der ganze Flug auch aus dessen Perspektive nacherleben. Auch die Farbfotos sind inzwischen verfügbar. Insgesamt dauerte der Flug 160 Sekunden, Ingenuity kam dabei auf maximal 3,3 Meter pro Sekunde (etwa 12 km/h).

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Ingenuitys eigene Perspektive


(Quelle: NASA/JPL-Caltech/heise online)

Veröffentlicht hat die NASA die Aufnahmen des Flugs nun kurz vor dem bereits 16. Flug von Ingenuity. Der ist für frühestens am Samstag angesetzt. Der Flug ist Teil des inzwischen angetretenen Rückwegs vorbei am Landeort von Perseverance. Dann soll es weiter gehen bis zu einem kleinen Krater. Ist der umrundet, werden beide nach Westen abbiegen und sich schließlich zu jenem einstigen Flussdelta bewegen, das Hauptziel der Mission ist. Dort sollen sie dann nach Spuren von möglichem ehemaligem Leben auf dem Roten Planeten suchen. Aktuell herrscht in der Region, in der sich die beiden Gefährte aufhalten, Sommer, und ein vergleichsweise niedriger atmosphärischer Druck. Deswegen fliegt der kleine Hubschrauber aktuell mit deutlich mehr Umdrehungen der Rotoren pro Minute.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Ingenuity war von Perseverance mit zum Mars gebracht worden, wo er eigentlich nur unter Beweis stellen sollte, dass motorisierte Fluggeräte dort abheben können. Diese Demonstration hat er mit dem historischen ersten motorisierten Flug auf dem Mars geliefert und nach mehreren weiteren Flügen hatte die NASA entschieden, Ingenuity nicht – wie ursprünglich geplant – aufzugeben. Ingenuity begleitet inzwischen den Rover, dessen Mission wieder im Mittelpunkt steht und der bereits erste Bodenproben für den Transport zur Erde gesammelt hat. Ingenuity soll Perseverance auf seinem Weg unterstützen und etwa die Landschaft aus der Höhe erkunden.


(mho)

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