SAP und Arvato versprechen “souveräne” Microsoft-Cloud für Behörden

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SAP und Arvato wollen ein Cloud-Angebot mit Microsoft-Software für Ministerien und Behörden in Deutschland aufbauen. Man werde “in eine souveräne Cloud-Plattform für die deutsche Verwaltung” investieren, kündigten die beiden Unternehmen am Donnerstag an. Dafür gründe man gemeinsam “ein neues deutsches Unternehmen”.

Den Betrieb der Rechenzentren übernehme Arvato Systems, heißt es in der Pressemitteilung. Wie das Joint Venture heißen soll und wo in Deutschland die Rechenzentren stehen sollen, verraten die Partner allerdings noch nicht. Bereits vor einem Jahr war bekannt geworden, dass Microsoft der Bundesregierung angeboten hat, den Betrieb seiner Cloud-Angebote deutschen Unternehmen zu überlassen.

Das geplante Angebot soll Microsofts Cloud-Plattform Azure inklusive Office- und Kommunikationssoftware wie Microsoft 365 enthalten. Microsoft begnügt sich dabei jedoch mit der Rolle des Software-Zulieferers. “Sowohl Datenverarbeitung und Datenhaltung als auch der Betrieb sämtlicher Services erfolgen in Deutschland”, schreiben SAP und Arvato in ihrer Pressemitteilung. Es erfolge eine “vollständige Trennung von den globalen Microsoft-Rechenzentren”.

Durch dieses Konstrukt wollen die Partner den Behörden von Bund, Ländern und Kommunen ermöglichen, die Clouddienste von Microsoft zu nutzen und gleichzeitig Anforderungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erfüllen. Dazu werde man eng mit dem BSI zusammenarbeiten. Dabei geht es unter anderem um Geheimschutz, autarken Betrieb und die Kontrolle von Software-Updates.

“Gemeinsam stellen wir die neuesten cloudbasierten Technologien bereit und erfüllen gleichzeitig selbst die strengsten Anforderungen an Datensouveränität“, sagte SAP-Chef Christian Klein. Microsoft Chef Satya Nadella erklärte, dass man mit der “souveränen Cloud-Plattform” den Anforderungen der Verwaltung entspreche, um die digitale Transformation im Land voranzubringen.

In Frankreich verfolgt Microsoft ein ähnliches Konzept, dort haben Capgemini und Orange ein Joint Venture für den Betrieb einer Microsoft-Cloud gegründet. In Deutschland haben die Konkurrenten Google und Telekom ebenfalls den Aufbau eines “souveränen” Cloud-Angebots für den öffentlichen Sektor angekündigt, wobei die Server unter der Kontrolle von T-Systems in Google-Rechenzentren stehen sollen.

Die Bundesregierung steht diesen geplanten Angeboten wohlwollend gegenüber. Das federführend zuständige Bundesfinanzministerium will aber auch den Aufbau alternativer Cloud-Angebote auf Open-Source-Basis vorantreiben. “Auf Basis einer Multi-Cloud Strategie und offener Schnittstellen sowie strenger Sicherheits- und Transparenzvorgaben bauen wir eine Cloud der öffentlichen Verwaltung auf”, heißt es zu dem Thema im Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grünen und FDP.

Hintergründe und einen Kommentar zur “souveränen” Microsoft-Cloud für den öffentlichen Sektor lesen Sie bei c’t:

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(cwo)

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