Weltraumteleskop Hubble weiterhin inaktiv, vorsichtige Fehlersuche

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Zwei Wochen nachdem das Weltraumteleskop Hubble die wissenschaftliche Arbeit eingestellt hat, versucht das verantwortliche Team auf der Erde weiter mögliche Problembehebungen. Wie die NASA nun mitteilte, gehören dazu auch Änderungen an der Software, die jene Synchronisierungsmeldungen kontrolliert, die für die jüngsten Probleme verantwortlich sind. Weil bei denen bestimmte Daten verloren gegangen waren, hatte sich das Teleskop teilweise selbst abgeschaltet. Zuerst sei jetzt ein seit Jahren inaktives wissenschaftliches Instrument reaktiviert worden, um Informationen über den Datenverlust zu sammeln. Bald soll ein weiteres für zusätzliche Analysen hochgefahren werden. Abgesehen von dem spezifischen Fehler arbeite das Instrument aber ohne Probleme.

Die NASA hatte am 25. Oktober öffentlich gemacht, dass Hubble die Beobachtungen eingestellt hatte, mehr Informationen hatte es aber nicht gegeben. Wie die US-Weltraumagentur inzwischen erklärt hat, hatte das Weltraumteleskop am 23. Oktober zum ersten Mal den Verlust dieser Synchronisierungsmeldungen bemerkt. Daraufhin seien die wissenschaftlichen Instrumente zurückgesetzt worden und Hubble habe die Arbeit am Folgetag wieder aufgenommen. Einen Tag später seien dann gleich mehrere dieser Meldungen verloren gegangen, woraufhin Hubble sich selbst in den Safe Mode versetzt habe. Die Synchronisierungsmeldungen liefern den Instrumenten wichtige Informationen zur Uhrzeit, damit die korrekt auf Befehle und Datenanfragen reagieren können.

Bei der NASA sucht man nun weiter nach der Ursache und konzentriert sich dabei auf die Schaltkreise der Kontrolleinheit, die die Synchronisierungsmeldungen generiert. Bei dem Versuch, den Fehler zu isolieren und zu beheben, sei dann zuerst das seit 2010 nicht mehr zum Einsatz gekommene Near Infrared Camera and Multi Object Spectrometer (NICMOS) hochgefahren worden, schreibt die NASA. Damit habe man Informationen zu den Datenverlusten sammeln wollen, ohne die aktiven Instrumente zu gefährden. Weil es seit dem 1. November aber keinen Datenverlust mehr gegeben habe, werde jetzt die Advanced Camera for Surveys (ACS) reaktiviert. Die sei durch die Verluste am wenigsten gefährdet. Gleichzeitig arbeite man an Änderungen der Software, durch die verloren gegangene Synchronisierungsmeldungen nicht gleich zur Abschaltung führen würden.

Die Analyse des Problems wird also noch mindestens diese Woche einnehmen, über mögliche Maßnahmen zur Fehlerbehebung werde frühestens danach gesprochen. Hubbles erneute Auszeit wird also noch länger dauern.

Das gemeinsam von der NASA und der europäischen ESA betriebene Weltraumteleskop war 1990 ins All gestartet. Nach Startschwierigkeiten hat es seitdem mit unzähligen Aufnahmen von Sternen, Galaxien und etlichem mehr das allgemeine Bild vom Universum grundlegend verändert und geprägt. Zuletzt zeigte sich aber immer wieder sein hohes Alter. Hubble kann seit dem Ende der Space Shuttle nicht mehr von Menschen besucht und gewartet werden. Zuletzt war das Weltraumteleskop erst im Sommer wochenlang außer Betrieb. In wenigen Wochen soll mit dem Weltraumteleskop James Webb sein Nachfolger ins All gebracht werden.

Der Affenkopfnebel im Orion
(Bild: ESA/Hubble)


(mho)

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